Das Dialog- und Demonstrationsprojekt F.R.A.N.Z. war am 17. und 18. Juni 2026 auf den DLG-Feldtagen in Bernburg vertreten. Neben einem eigenen Messestand beteiligte sich das Projekt mit einer Podiumsdiskussion im Fachprogramm der Veranstaltung. Im Mittelpunkt standen die Integration wirksamer Feldvogelmaßnahmen in das Landesprogramm Sachsen-Anhalt sowie die Frage, wie sich Naturschutzmaßnahmen erfolgreich und praxistauglich in landwirtschaftliche Betriebe integrieren lassen.
Die von Sophie Wolters (Projektleitung F.R.A.N.Z. für die Umweltstiftung Michael Otto) moderierte Panel-Diskussion brachte unterschiedliche Perspektiven aus Forschung, Beratung und landwirtschaftlicher Praxis zusammen. Auf dem Podium diskutierten F.R.A.N.Z. Begleitforscher Dr. Jannik Beninde vom Michael Otto Institut im NABU, F.R.A.N.Z.-Landwirt aus der Magdeburger Börde und Vizepräsident des Landesbauernvebrands Sachsen-Anhalt Sven Borchert sowie Dr. Jens Birger, Betriebsberater und Geschäftsführer der Stiftung Kulturlandschaft Sachsen-Anhalt.
Zum Auftakt blickten die Panelisten auf die zehn Jahre des F.R.A.N.Z.-Projektes zurück und berichteten von ihren persönlichen Highlights. Dr. Jannik Beninde betonte insbesondere die Verbreitung erfolgreicher Maßnahmen über das Projekt hinaus: „Ein Highlight während F.R.A.N.Z. war es, zu sehen, wie die wirksamen Maßnahmen übernommen wurden – von staatlicher Seite, aber auch von den Landwirten. Begeistert hat mich auch, wenn die Landwirte Lösungen gesucht und gefunden haben, um diese Maßnahmen an ihren Betrieb anzupassen, ohne die Wirksamkeit zu reduzieren.“
Bild: Umweltstiftung Michael Otto
Sven Borchert hob die positiven Entwicklungen auf den Projektflächen hervor: „Mein Highlight bei F.R.A.N.Z. war zu sehen, wie wir die Feldvögel wieder in der Landschaft ansiedeln konnten.“ Besonders die Wirkung bestimmter Maßnahmen sei dabei sichtbar geworden: „Die Feldlerchen fühlen sich in meiner Lieblingsmaßnahme dem Erbsenfenster sichtlich wohl.“
Auch Dr. Jens Birger zog eine positive Bilanz der Projektarbeit: „Mein Highlight bei F.R.A.N.Z. war die Zeit, die wir hatten, neue Maßnahmen auszuprobieren und auch in ihrer Praktikabilität zu optimieren."
Im weiteren Verlauf der Diskussion wurde deutlich, welche Faktoren für die erfolgreiche Umsetzung von Feldvogelmaßnahmen entscheidend sind. Dr. Beninde erläuterte die Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitforschung zu besonders wirksamen Maßnahmen wie Feldvogelstreifen und Erbsenfenstern. Dr. Birger stellte heraus, wie wichtig es für die Beratungspraxis sei, auf wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse zurückgreifen zu können: „Wir unterstützen die Betriebe, indem wir Maßnahmen anbieten können, deren Wirksamkeit langjährig wissenschaftlich bewiesen sind und die wir teilweise in Sachsen-Anhalt auch bereits für das Kooperative Modell übernommen haben.“
Bild: Umweltstiftung Michael Otto
Aus Sicht der Praxis schilderte Sven Borchert die Herausforderungen bei der Integration von Naturschutzmaßnahmen in den Betriebsalltag: „Wir müssen bei der Konzeption und Honorierung der Maßnahmen auch die technologischen Anforderungen mitdenken.“ Dies gelte insbesondere für die praktische Umsetzung auf den Betrieben. „Um die Naturschutzmaßnahmen wie das Erbsenfenster in den Betriebsalltag zu integrieren, muss ich mich extra hinsetzen und zum Beispiel eine detaillierte Beschreibung für den Drillmaschinenfahrer schreiben.“
Zum Abschluss richteten die Podiumsteilnehmer den Blick nach vorn. Sven Borchert ermutigte andere landwirtschaftliche Betriebe ausdrücklich, eigene Erfahrungen mit Biodiversitätsmaßnahmen zu sammeln: „Ich kann alle Landwirte nur motivieren, solche Maßnahmen auszuprobieren.“
Während der gesamten DLG-Feldtage war das F.R.A.N.Z.-Projekt zudem mit einem eigenen Informationsstand vertreten. Dr. Anna Bobrowski (Projektleitung F.R.A.N.Z. für den Deutschen Bauernverband) konnte im Austausch u.a. mit Präsident Holger Hennies und dem Hauptgeschäftsführer Stefan Ortmann vom Landvolk Niedersachsen sowie dem Hauptgeschäftsführer Marcus Rothbart vom Bauernverband Sachsen-Anhalt die Besonderheit des F.R.A.N.Z.-Projektes hervorheben. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, sich über die Ergebnisse aus zehn Jahren Projektarbeit, erfolgreiche Biodiversitätsmaßnahmen und aktuelle Publikationen mit dem Projektteam auszutauschen. Der persönliche Dialog mit Landwirtinnen und Landwirten, Beraterinnen und Beratern sowie Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Verwaltung und Naturschutz unterstrich erneut den dialogorientierten Ansatz des F.R.A.N.Z.-Projekts und das große Interesse an praxistauglichen Lösungen für mehr Biodiversität in der Agrarlandschaft.
Bild: Umweltstiftung Michael Otto 
Bild: Deutscher Bauernverband









