10 Jahre F.R.A.N.Z. in der Kölner Bucht - Abschließende regionale Fachveranstaltung bei F.R.A.N.Z. Landwirt Gernot Lindemann-Berk


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Kölner Bucht, 27.05.2026
Feldbesuch auf F.R.A.N.Z. Betrieb

Auf dem landwirtschaftlichen Betrieb Gut Neu-Hemmerich von Gernot Lindemann-Berk in Frechen kamen am 27.05.26 Vertreter:innen aus Landwirtschaft, Naturschutz- und Landwirtschaftsverbänden sowie Verwaltungen und Forschung zusammen. Dabei wurde sich über die Naturschutzmaßnahmen ausgetauscht, die in den letzten zehn Jahren im Dialog- und Demonstrationsprojekt F.R.A.N.Z. (Für Ressourcen, Agrarwirtschaft & Naturschutz mit Zukunft) entwickelt und erprobt wurden, um damit die Artenvielfalt in der Agrarlandschaft zu erhalten und zu fördern.

Der rund 350 ha große Ackerbaubetrieb in der Kölner Bucht baut Winterweizen, Dinkel, Wintergerste Raps, Zuckerrüben und Kartoffeln an und ist einer von zehn Demonstrationsbetrieben des F.R.A.N.Z. Projektes. Die Stiftung Rheinische Kulturlandschaft und die FlächenAgentur Rheinland beraten Gernot Lindemann-Berk bei der Umsetzung der Naturschutzmaßnahmen.


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Das Projektteam aus Betriebsberaterin der Stiftung Rheinischen Kulturlandschaft, dem Betriebsleiter, der Projektleitung vom Deutschen Bauernverband und der Umweltstiftung Michael Otto sowie der ökologischen Begleitforschung von der Universität Göttingen präsentierte die Erkenntnisse aus zehn Jahren Projektlaufzeit. Ziel des Projekts ist es unter anderem, Impulse in die Agrarpolitik zu senden, sodass die Umsetzung von F.R.A.N.Z.-Maßnahmen künftig noch einfacher von anderen Betrieben aufgegriffen werden können.

„Hierzu ist es wichtig, dass sich die Maßnahmen gut in die betrieblichen Abläufe integrieren lassen und sie keine beachtlichen wirtschaftlichen Einbußen nach sich ziehen. Eine individuelle Betriebsberatung mit einer kontinuierlichen Ansprechperson haben innerhalb der Projektlaufzeit zu einem vertrauensvollen Verhältnis beigetragen“, erklärte Gernot Lindemann-Berk.

Im Vordergrund der Veranstaltung standen die ökologischen Auswirkungen der F.R.A.N.Z.-Maßnahmen auf den Betriebsflächen – die natürlich auch besichtigt wurden. „Naturschutzmaßnahmen erfolgreich umzusetzen, ist kein Selbstläufer. Als Naturschutzberaterin ist es meine Aufgabe, Maßnahmen gezielt dort zu empfehlen, wo sie zur Förderung bestimmter Arten auf dem Betrieb sinnvoll sind und sie so umzusetzen, dass sie ihre Wirkung bestmöglich entfalten“, stellte Betriebsberaterin Nadine Becker heraus. Im Gespräch mit Vertretern des Landwirtschaftsministeriums hob sie dabei die Kombination von Maßnahmen wie Feldlerchenfenstern, Blühstreifen und Extensivgetreide hervor. Gernot Lindemann-Berk unterstrich dies mit der Aussage, dass diese auch für ihn der perfekte einfache Einstieg in das Thema Biodiversitätsmaßnahmen waren. Dies, in Kombination mit dem Bürokratieabbau bei der Antragsstellung sowie eine notwendige Flexibilisierung bei der Maßnahmenumsetzung gaben die F.R.A.N.Z. Expert:innen dem Ministerium auch mit Hinblick auf die Ausgestaltung der 2. Säule in der neuen GAP ab 2028 mit.


Die positive Wirkung auf bestimmte Arten stellte Naema-Elisa Schlagowski von der Universität Göttingen an Hand der Untersuchungsergebnisse zu Bestäubern und Vögeln auf den Maßnahmenflächen dar: „Für Feldvögel wie Feldlerche und Schafstelze sind mittig im Schlag platzierte Extensivgetreidestreifen ein wertvolles Angebot für deren Brut- und Aufzuchtphase. Auf den mehrjährigen Blühstreifen wurden 8-mal mehr Tagfalter als auf Winterweizen gesichtet. Das Blütenangebot ist dort um das 50-fache erhöht“.


Das F.R.A.N.Z. Tandem von Betriebsleitung und Biodiversitätsberatung auf Gut Neu-Hemmerich ist sich einig: eine besonders wertvolle Maßnahme ist hier das blühende Vorgewende, bestehend aus über vier verschiedenen Kleesorten: „Ich bin hellauf begeistert wie gut vier Jahre Vorgewende das Samenpotential des Ackerfuchsschwanz auf der Maßnahmenfläche abgeschwächt hat!“ so Gernot Lindemann-Berk. Die letzten Auswertungen der Monitoringergebnisse aus den neun Jahren laufen derzeit. Die Abschlussveranstaltung und Präsentation der Ergebnisse aus zehn Jahren F.R.A.N.Z.-Projekt wird am 25.11.26 in Berlin stattfinden.


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